PIM-Begriffe
einfach erklärt
Produktmodell, Produktfamilie, Variante, Hierarchie und Datastore – die wichtigsten PIM-Fachbegriffe verständlich erklärt. Ideal für den Einstieg in die Welt des Produktinformationsmanagements.
Was ist eine Produktfamilie?
Eine Produktfamilie (Product Family) definiert eine Gruppe von Produkten, die die gleichen Attribute teilen. Zum Beispiel gehören alle T-Shirts zur Produktfamilie „Bekleidung“ und haben gemeinsame Attribute wie Größe, Farbe, Material und Pflegehinweise.
In Akeneo ist die Produktfamilie ein zentrales Konzept: Sie bestimmt, welche Attribute ein Produkt haben kann und welche es haben muss (Pflichtfelder). So wird sichergestellt, dass alle Produkte einer Familie vollständig und einheitlich gepflegt werden.
Beispiel
Produktfamilie „Schuhe“: Pflichtattribute = Name, Beschreibung, Preis, Material, Größenbereich. Optionale Attribute = Pflegehinweise, Herkunftsland, Gewicht. Jeder Schuh in Ihrem Katalog erbt diese Struktur automatisch.
Produktfamilien sind nicht das Gleiche wie Kategorien. Kategorien ordnen Produkte für die Navigation (z.B. „Herren > Schuhe > Sneaker“). Familien definieren die Datenstruktur (welche Felder hat ein Produkt).
Was ist ein Produktmodell?
Ein Produktmodell (Product Model) gruppiert mehrere Produktvarianten, die gemeinsame Eigenschaften teilen. Es ist die „Eltern-Ebene“ für Varianten. Zum Beispiel ist „Nike Air Max 90″ ein Produktmodell, das in verschiedenen Größen und Farben (= Varianten) existiert.
In Akeneo entspricht das Produktmodell dem Konzept der Family Variants. Das Produktmodell enthält alle gemeinsamen Attribute (Name, Beschreibung, Material), während die Varianten nur die unterscheidenden Attribute (Größe, Farbe, EAN) individuell pflegen.
Vorteile von Produktmodellen
Produktmodelle sparen enorm viel Pflegeaufwand: Statt die Beschreibung bei jeder Größe einzeln zu pflegen, wird sie einmal am Produktmodell hinterlegt und gilt für alle Varianten. Änderungen am Produktmodell werden automatisch an alle Varianten weitergegeben.
In der Praxis reduzieren Produktmodelle den Pflegeaufwand um 60–80%, da gemeinsame Daten nur einmal gepflegt werden müssen.
Was ist eine Variante?
Eine Variante ist eine spezifische Ausprägung eines Produkts, die sich in bestimmten Attributen von anderen Varianten unterscheidet. Typische Variationsachsen sind Größe, Farbe, Material oder Konfiguration.
Beispiel: Das T-Shirt „Classic Tee“ existiert als Variante in Größe S/M/L/XL und in den Farben Schwarz/Weiß/Blau. Jede Kombination (z.B. „Classic Tee, Größe M, Schwarz“) ist eine eigene Variante mit eigener SKU/EAN.
Varianten in Akeneo
Akeneo unterstützt bis zu zwei Variationsachsen (z.B. Farbe + Größe). Varianten erben alle gemeinsamen Daten vom Produktmodell und pflegen nur ihre individuellen Werte (z.B. EAN, Lagerbestand pro Größe).
In Shopsystemen wie Shopware 6 werden Varianten als eigenständige Produkte mit einer Eltern-Kind-Beziehung abgebildet. Der Netzspitze Shopware Connector übersetzt Akeneo-Varianten automatisch in Shopware-Varianten.
Hierarchie und Datastore
Hierarchie im PIM-Kontext bezeichnet die Baumstruktur, in der Kategorien und Unterkategorien organisiert sind. Z.B.: Elektronik → Computer → Laptops → Gaming-Laptops. Hierarchien können beliebig tief verschachtelt werden und bilden die Navigationsstruktur für Webshops und Kataloge ab.
In Akeneo können mehrere Kategoriebäume parallel existieren – z.B. eine Hierarchie für den Webshop, eine andere für den Print-Katalog und eine dritte für interne Zwecke.
Was ist ein Datastore?
Ein Datastore (Datenspeicher) im PIM-Kontext bezeichnet die Datenbank oder den Speicher, in dem Produktinformationen persistent abgelegt werden. PIM-Systeme nutzen typischerweise relationale Datenbanken (MySQL, PostgreSQL) kombiniert mit Suchindizes (Elasticsearch) für performante Abfragen.
In Viamedici EPIM ist „Datastore“ ein spezifisches Konzept für die Datenhaltungsschicht. In Akeneo wird die Kombination aus MySQL und Elasticsearch als Datastore bezeichnet. Die Wahl des richtigen Datastores beeinflusst Performance und Skalierbarkeit des PIM-Systems.